Wunderschönes Barcelona: Auf den Spuren von Antoni Gaudí

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Für Architekturliebhaber ist Barcelona ein Paradies. Da wären der Barcelona-Pavillon von Ludwig Mies van der Rohe, das gothische Viertel mit seinen mystisch angehauchten Gebäuden und der alte Hafen, der anlässlich der Olympischen Spiele 1992 komplett neu gestaltet wurde.

Doch das sind nur einige wenige Highlights, die Barcelona zu bieten hat. Das Bild der zweitgrößten Stadt Spaniens hat einer wie kein anderer geprägt: Antoni Gaudí.

Beim Spaziergang durch Barcelona fällt das im spanisch-arabischen Stil erbaute Casa Vicens, das sich in Privatbesitz befindet, ebenso auf wie das wohl schönste Gebäude der Stadt, das Casa Battló am Passeig de Gràcia. Besonders abends, wenn es angestrahlt wird, entfaltet das Werk Gaudís mit den geschwungenen Linien seine Wirkung. Manche ahnen es vielleicht, Kenner wissen es längst: Die Architektur ist von der Drachentöter-Legende des Heiligen Georgs inspiriert, wobei die Spitzen am Dach die Schuppen des Drachen darstellen, die oberen Geländer Totenköpfe und die unteren Fenster den Schlund des Drachen.

Die wohl wichtigste Destination für Gaudí-Fans ist jedoch die Sagrada Familia. Wer einmal vor der Geburtsfassade stand, wird sich an den imposanten Eindruck erinnern, den sie hinterlässt. Bereits von außen beeindrucken die über und über geschmückte Fassade und die acht bisher fertiggestellten Türme der Basilika, die scheinbar endlos in den blauen Himmel ragen. Im Inneren kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Und bei der Fahrt mit dem Aufzug nach oben und dem anschließenden Abstieg in einem der Türme lassen sich schließlich die Ausmaße der katholischen Basilika erahnen.

Seit 1882 wird an der Sagrada Familia gebaut, jüngsten Prognosen zufolge soll sie 2026 fertiggestellt werden. Auch wenn die einzelnen Bereiche zu verschiedenen Zeiten entstanden und der neuere Teil mit der Passionsfassade sehr modern wirkt: Die Sagrada Familia ist ein Gesamtkonstrukt, dessen einzelne Elemente jeweils am neugotischen Stil angelehnt sind und deren Details sich von der Natur inspiriert zeigen.

Doch wie hat Gaudí eigentlich gearbeitet, wie konnte er ein solch aufwändiges und doch klar konstruiertes Bauwerk entwerfen? Beim Besuch der Ausstellung im Casa Milà wird seine Herangehensweise deutlich. Der katalanische Architekt verwandte für die Konstruktion seiner Bauten Hängemodelle, bei denen eine Kettenlinie auf den Kopf gestellt die Form des jeweiligen Bauwerks ergibt. Zwar sind die Formen kompliziert, jedoch minimiert sich der Materialaufwand dadurch, dass sich die Konstruktion durch auftretende Druckkräfte selbst stabil hält.

Zu beobachten ist dieses Prinzip auch bei den Bogengängen im Park Güell. Die organischen Formen fügen sich in den hügeligen Baugrund ein, fast wirken sie wie von der Natur geschaffen. Optisch lassen sie den bunten Mosaikwerken Gaudís den Vortritt. Dazu gehört etwa ein Chamäleon, das den Besucher am Eingang begrüßt und mittlerweile etliche Souvenirs aus Barcelona ziert.

Die weitläufige Terrasse weiter oben ist mit einer Mosaik-geschmückten Bank umgeben –  dieser Entwurf ist allerdings auf den Architekten Josep Maria Jujol zurückzuführen, mit dem Gaudí eng zusammenarbeitete. Zwar gibt es kaum einen Moment, wo der Park nicht von Touristen überlaufen ist, doch schenken der Spaziergang durch den über 17 Hektar großen Garten und der Ausblick von der Terrasse auf die katalanische Hauptstadt Augenblicke der Ruhe. Kein Wunder, dass neben dem Industriellen Eusebi Güell, der das Areal einst in Auftrag gab, auch Gaudí selbst eins der Häuser bezog. Der eine oder andere würde es ihm heute mit Sicherheit sofort nachtun!

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5 Kommentare

  1. Super Bericht und wirklich gute Fotos! War bereits 2mal in Barcelona und finde diese Stadt einfach traumhaft! Das kann zum einen am Wetter gelegen haben, aber zum anderen eben auch an dem wundervollen Flair. Ich kann nur jedem mal empfehlen nach Barcelona zu reisen.

  2. Wow ich war bereits einmal in Barcelona, aber das es so bunt ist habe ich wohl übersehen. In diesem Sommer werde ich dieser schönen Stadt und zugleich beeindruckenden Stadt erneut einen Besuch abstatten und etwas genauer hinsehen. Ob die Sagrada Familia jemals fertig gestellt wird? 2026 ist zwar schonmal ein Ziel, aber ob das erreicht wird? 😉

Christina
Christina ist die HRS Expertin für berufliches Reisen. Sie kennt stets die neusten Businesshotels und Restaurants, hat immer die besten Travel Hacks parat und weiß, wie man auf dem Businesstrip am effektivsten seine knappe Freizeit nutzt. Christinas Lieblingshotels sind das Hotel Zoo Berlin, das QVEST in Köln, das Boutique-Hotel Constanza in Barcelona und das Design-Hotel Ekies all senses in der griechischen Region Chalkidiki. Was ihrer Meinung nach bei keiner Reise fehlen darf? Am Abend ein schönes Steak im Hotelrestaurant und ein Moscow Mule an der Hotelbar.