München mal anders: neue Seiten der bayerischen Hauptstadt

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Rund zehn Millionen Touristen zieht es jedes Jahr nach München. Auf der Jagd nach blau-weißen Klischees stürmen sie die Bierzelte der Wies‘n, fotografieren das Glockenspiel am Marienplatz und schreiten durch die Münchner Frauenkirche. Doch abseits der Touristenmassen gibt es sie noch, die geheimen Sehenswürdigkeiten der bayerischen Hauptstadt.

Versteckte Türme und Paläste

Die kleinen, aber feinen Bauten Münchens bleiben dem Wochenendtouristen für immer verborgen. Doch gerade sie erzählen die Geschichte der Stadt auf charmante Art und Weise. Während sich ein Touristenstrom durch das enge Treppenhaus des Alten Peter drängt, bleibt einer der ältesten Türme Münchens nur Einheimischen oder Insidern überlassen. Wenige Meter vom Alten Peter entfernt ragt der Löwenturm in die Höhe, ein mittelalterlicher Backsteinbau. Zwischen modernen verglasten Bürokomplexen wirkt er zwar etwas deplatziert, erinnert aber doch an die Wurzeln der bayerischen Hauptstadt. Wohl kein Tourist wird sich die großen Münchner Prachtstraßen entgehen lassen. Doch auch bekannte Boulevards wie die Leopoldstraße haben ihre geheimen Ecken: Gut versteckt in kleinen Seitenstraßen ragen prächtige Jugendstil-Paläste in den Himmel. So etwa das Bissing-Palais in der Georgenstraße 10,  dessen hohe Rundbögen und Säulen an die Architektur der Jahrhundertwende erinnern.

Die dunklen Seiten Münchens

Wer seine Sightseeingtour in erfahrene Hände legen möchte, entdeckt bei ausgefallenen Stadtführungen unbekannte Orte. So etwa beim Stadtrundgang via Tram: Bequem fahren die Touristen von einem schönen Platz zum nächsten und erkunden unbekannte Stadtviertel. Und so erfahren die Besucher, warum es in der Maxvorstadt so viele rechtwinklige Straßenverläufe gibt, Schwabing eher chaotisch wirkt und was es mit dem unscheinbaren Wirtshaus am Elisabethplatz auf sich hat. Wer sich mehr für die dunklen Seiten Münchens interessiert, kann dagegen an einer Nachtwächter-Tour teilnehmen. Im unruhigen Licht seiner Fackel erzählt ein kundiger Nachtwächter von alten Legenden und führt seine Gäste über Schleichwege an historische Orte. Die Geschichte der Münchner Friedhöfe steht dagegen bei der Fiedhofs-Tour im Mittelpunkt. Eine neue Seite der prunkvollen Hauptstadt Bayerns zeigt sich bei einer Stadtführung ganz anderer Art. Bei einer Führung durch die Münchner Kanalisation sollten Sie keine Platzangst haben und modrigen Geruch aushalten können. Wer sich für die Planung, Nutzung und Bau der Kanalanlagen interessiert, wird hier auf seine Kosten kommen.

Jenseits der Bierzelte: Entdeckungen auf dem Oktoberfest

Was wäre München ohne das Oktoberfest? Vermutlich ärmer. Schließlich spült das Oktoberfest jedes Jahr rund 400 Millionen Euro in die Kassen der Wirte und Schausteller. Doch wer sich nicht mit überteuertem Bier, nachgemachten Dirndl und High-Tech-Fahrgeschäften begnügen will, sollte das Oktoberfest von einer anderen Seite kennenlernen. So manche Tradition hat sich auf dem Oktoberfest gehalten. Zum Beispiel das altbairische Scherbenschießen: Die Besucher schießen nicht auf schnöde Kunstblumen oder Plastikstecker, sondern wie in alten Zeiten auf Tontöpfchen, die sogenannten „Scherben“. Ein weiterer Klassiker ist Europas einziger noch aktiver Flohzirkus. Hier applaudieren die Besucher den 0,2 Milligramm schweren Hundeflöhen, wenn sie Fußball spielen oder ein Karussell ziehen. Wem die Plastikmonster in den Geisterbahnen nur ein müdes Lächeln abringen können, sollte eine Fahrt durchs „Geisterschloss“ wagen. Hier wurden die Pappmaché-Figuren durch verkleidete Menschen ersetzt, die für Angst und Schrecken sorgen. Nachdem menschliche „Gespenster“ lange Zeit verboten waren, stecken nun wieder professionelle „Vampire“ in den Kostümen. Jenseits schlechter Nachbildungen und Mainstream-Sehenswürdigkeiten sorgt ein Urlaub in München immer wieder für Überraschungen.

Über den Autor

Gastautorin Jeannette Stowasser lebt und arbeitet in München. Als Online-Redakteurin betreut sie unter anderem den Blog Stadt-Spass und gibt Tipps rund ums Thema Reise.

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Christina
Christina ist die HRS Expertin für berufliches Reisen. Sie kennt stets die neusten Businesshotels und Restaurants, hat immer die besten Travel Hacks parat und weiß, wie man auf dem Businesstrip am effektivsten seine knappe Freizeit nutzt. Christinas Lieblingshotels sind das Hotel Zoo Berlin, das QVEST in Köln, das Boutique-Hotel Constanza in Barcelona und das Design-Hotel Ekies all senses in der griechischen Region Chalkidiki. Was ihrer Meinung nach bei keiner Reise fehlen darf? Am Abend ein schönes Steak im Hotelrestaurant und ein Moscow Mule an der Hotelbar.