Auf den Spuren von David Cerny in Prag

17. Mai 2017 Europa 4 Min. Lesezeit

Am Morgen ging es in die Stadt, auf die Suche nach dem „neuen Prag“. Unsere Pressereise stand unter anderem im Zeichen von Kunst und Kultur. Zwangsläufig landet man dann beim Prager Skulpturenkünstler David Cerny. Die Tour entlang der Kunstwerke des Künstlers war fantastisch und der streitbare Provokateur gefiel uns auf Anhieb.

Sehr bekannt ist sein rosa Russenpanzer, der insbesondere Herrn Putin gefallen dürfte, und für den Cerny als Volkshetzer tatsächlich kurz verhaftet wurde. Auch der Ost-Trabi mit vier Füßen ist Kult. Diese Skulptur befindet sich im Garten der deutschen Botschaft in Prag, dort wo 1989 tausende Flüchtlinge aus der DDR kampierten bis der damalige BRD Außeminister Genscher das „Go“ zur Öffnung gab.

Prague Cathedral and Clock Tower

Der Künstler vermag seine Kunst gekonnt in Szene zu setzen und auch zu vermarkten. Berühmt sind auch seine „Babies“, die den Prager Fernsehturm hinauf- und hinunterklettern. Seinen Humor zeigt Cerny auch direkt vor dem Franz Kafka Museum. Hier befinden sich – als Springbrunnen getarnt – zwei Skulpturen, die scheinbar nur ins Wasser pinkeln. Die „Toilette“ hat jedoch die Umrisse Tschechiens.

Auf der anderen Seite der Moldau in der Nähe der Karlsbrücke befinden sich weitere Kunstwerke Cernys. Zunächst begegnet man dem „Embryo“, der an einer Dachrinne hängt. Am besten gefallen hat mir jedoch die Interpretation des heiligen Wenzels, dem Nationalheiligen und Namensgeber des Wenzelplatz.

Anders als auf dem Wenzelsplatz, wo der Heilige stolz auf dem Pferd sitzt, hängt in der historischen Shopping-Passage nur ein toter Gaul von der Decke. Mit den Beinen des Pferdes nach oben gebunden, sitzt Wenzel hier auf dem Bauch des Pferdes. Wirklich komisch.

Für uns ging es weiter zur Karlsbrücke. Dort gab es dann den zu erwartenden Mix aus 1.000 Sprachen, Musikanten und Wasserrauschen. Auf der Brücke hört man tatsächlich alle Sprachen der Welt – nicht nur Russisch und Englisch, sondern auch Chinesisch und Japanisch. Die alte Steinbrücke ist Treffpunkt Nummer eins und das Objekt unserer Begierde heißt Nepomuk.

Die Statur des böhmischen Priesters, der 1393 von der Brücke gestürzt wurde, weil er das Beichtgeheimnis nicht brechen wollte, ist ein „Must-See“ und befindet sich genau in der Mitte der Brücke.  Nepomuk zu berühren bringt Glück. Das haben wir dann auch gemacht und uns selig durch die Touristenmassen gezwängt. Ermüdet vom Einkaufen und Flanieren kehrten wir zurück.

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