Raffles Hotel in Singapur – Spagat zwischen Tradition und Moderne

1936

Als ich bei einem Singapur Urlaub vor dem Raffles Hotel stand, verstand ich, dass bestimmte Hotels das gewisse Etwas haben. Denn sie haben eine Geschichte. Manchen sieht man es sofort an wie zum Beispiel dem Raffles, anderen sieht man es nicht sofort an, beispielsweise dem Oriental in Bangkok.

In Singapur findet man den Kolonialstilbau, genauer gesagt in der 1 Beach Road mitten in der Stadt des Merlion. Das Raffles öffnete 1887 seine Türen als Flachbau mit zehn Zimmern. Schon von Anfang an lockte das Hotel Prominente wie die Schriftsteller Joseph Conrad und Rudyard Kipling an. Heute würden sie Singapurs „Grand Dame“ allerdings nicht mehr wiedererkennen.

Der Flachbau wurde 1899 abgerissen und durch den heutigen Bau im Kolonialstil mit seinen zwei Flügeln und dem Palmen gesäumten Garten ersetzt. Nachdem es im Jahr 1987 zum nationalen Monument erkoren wurde, wurde es noch einmal renoviert. Es hat aber glücklicherweise den Original-Charakter behalten. Man findet also weiterhin die polierten Hartholzböden, Deckenventilatoren und Suiten mit Verandas.

Raffles

Den meisten Menschen fällt beim Begriff Raffles Hotel der „Singapur Sling“ ein. Dieser Cocktail hat den gleichen legendären Ruf wie sein Entstehungsort. Das Getränk wurde vor ziemlich genau 100 Jahren dort erfunden und wird weiterhin in der Long Bar serviert. Der rötliche Cocktail hat mir nicht geschmeckt, aber das wird er locker verkraften.

Bis zu 2.000 Gäste finden täglich von den vielen Kreuzfahrtschiffen den Weg zur Bar, in der ein Spagat zwischen Tradition und Moderne stattfindet.. Die Long Bar ist für alle da, das Hotel selbst ist weiter die exklusive Oase, die Haute-Volée beherbergt. Der Hauch der vergangenen Dekaden beeinflusst die 103 Suiten, von denen einige sechs Meter hohe Decken und charmante Badezimmer haben. Aber auch die wichtigen modernen Elemente wie flächendeckendes WLAN (sogar wenn man auf seiner Veranda einen Tee im Rattan-Sessel einnimmt) sind vorhanden.

Im Tiffin Saal, direkt neben der Lobby gelegen, werden asiatische Spezialitäten wie authentisches Curry serviert. Auch der dortige Nachmittagstee gehört zu den Dingen, die man in Singapur unbedingt tun muss. Sonntags strömen die Einwohner Singapurs zum Bar & Billard-Zimmer, um einen üppigen Brunch einzunehmen, der dann mit Singapur Slings oder der Champagner-Hausmarke Billecart-Salmon runtergespült wird.

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Wem das Shoppen in den eigenen Arkaden oder der Besuch des faszinierenden kleinen Museums zu viel wird, der kann auf dem kleinen Dach-Pool entspannen. Unter blühenden Flor de Cebos (Tempelbäume) findet sich auch ein Spa mit bestens ausgebildeten Mitarbeitern, die auch den letzten Stress vertreiben.

Das, worauf das Hotel wirklich stolz ist, ist sein außergewöhnlicher Service. Eine „was immer Sie wünschen, wann immer Sie wünschen“-Philosophie und ein beeindruckende Hingabe zu Details unterstreicht das Credo des Raffles. Diese Entwicklung geht weiter. Nachdem das Hotel seinen 125. Geburtstag gefeiert hat, wird es wieder renoviert.

Die Eigentümer versprechen dabei große Sorgfalt an den Tag zu legen um die emotionale Bindung der vielen Stammgäste zu erhalten, die mehr als ein Jahrhundert dem Raffles die Treue hielten. Wollen wir hoffen, dass Wort gehalten wird.

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Christina
Christina ist die HRS Expertin für berufliches Reisen. Sie kennt stets die neusten Businesshotels und Restaurants, hat immer die besten Travel Hacks parat und weiß, wie man auf dem Businesstrip am effektivsten seine knappe Freizeit nutzt. Christinas Lieblingshotels sind das Hotel Zoo Berlin, das QVEST in Köln, das Boutique-Hotel Constanza in Barcelona und das Design-Hotel Ekies all senses in der griechischen Region Chalkidiki. Was ihrer Meinung nach bei keiner Reise fehlen darf? Am Abend ein schönes Steak im Hotelrestaurant und ein Moscow Mule an der Hotelbar.