Mut zum Gründen: Überleben in einer Männerdomäne

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_DMW_Camp_in_Darmstadt / Gründen
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Eine Firma gründen ist nicht schwer, Unternehmerin sein dagegen sehr! Trotz alledem machen sich genügend Frauen jedes Jahr selbstständig. Darüber hinaus sind sie gewillt ihr Wissen und ihre Expertise mit anderen Neugründerinnen großzügig zu teilen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema weibliche Selbstständigkeit haben wir für Sie mit Hilfe von Expertinnen zum Thema Gründen im folgenden Artikel recherchiert und zusammengetragen.

Selbstständigkeit: Frauen holen auf

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Sandra Roggow von den Kitchennerds, Credits: Mirja Hoechst Fotografie

Heutzutage ist es nichts ungewöhnliches mehr den Traum von der Selbstständigkeit nicht nur zu träumen, sondern auch tatkräftig umzusetzen. Dabei ist der Unterschied zwischen Männern und Frauen längst nicht mehr so groß, wie einige meinen. War früher das Gründen eine reine Männerdomäne, holen Frauen mittlerweile ganz gut auf. Gemäß dem Gründungsmonitor der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) wurden 2015 von 915.000 Neugründungen in Deutschland allein 43% von Frauen betrieben. Die Anzahl an weiblichen Unternehmerinnen ist auch im klassischen Startup-Bereich in den vergangenen Jahren erfreulich angestiegen: 13% gab es laut dem Deutschen Startup Monitor im Jahre 2015 und 10% im Jahr zuvor. Der Unterschied zwischen selbstständigen Männern und Frauen lässt sich laut Gründerin Sandra Roggow von der Privatkoch-Vermittlung Kitchennerds dahingehend beziffern, dass „Frauen sich langfristig mit ihrem Herzensprojekt auseinandersetzen und es wachsen und gedeihen sehen möchten.“ Männer hingegen seien eher auf einen Exit aus und verkaufen aus diesem Grunde ihre Firmen so manches Mal schneller weiter.

Money makes the world go round: Probleme von Frauen beim Gründen

Carolin Schäufele von SHE works! sieht die Herausforderung ganz klar im monetären Bereich: „Ein ganz großes Problem bei der Gründung durch Frauen ist die Finanzierung. Viele haben nicht die entsprechenden Mittel zur Verfügung.“ Banken machen Unternehmerinnen das Leben auch nicht unbedingt einfacher, denn sie geben Kredite nur mit harten Bandagen. So sind viele eher abgeschreckt als ermutigt. Auch die sogenannten Gründerkredite für Frauen stellen eine bürokratische Hürde dar: Bei einigen muss das Einkommen des Partners benannt werden. Männer müssen dies eher nicht tun. Deshalb machen sich die meisten Gründerinnen nur im Nebengewerbe selbstständig und gehen hauptberuflich etwas anderem nach.

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#DMW Camp in Darmstadt, Credits: Simone Naumann Fotografie

Welche Anlaufstellen gibt es speziell für selbstständige Frauen?

Das alles sollte Sie jedoch nicht davon abhalten Ihr eigenes Business zu gründen. Schließlich sind Sie nicht alleine! Hilfe und Tipps finden Sie unter anderem auf:

  • SHE works! Das Magazin von Carolin Schäufele und Katja Brößling bietet eine erste Anlaufstelle und einen Überblick über mögliche Förderprogramme.
  • Die Digital Media Women sind ebenfalls eine erfolgreiche Austauschplattform und gleichzeitiges Business Netzwerk, das von Frauen für Frauen geschaffen wurde.
  • Des Weiteren können Sie sich beim TWIN-Mentoring der Käte Ahlmann Stiftung anmelden. Bei diesem ehrenamtlichen Mentoringprogramm geben erfolgreiche Unternehmerinnen ihre Erfahrungen an Neugründerinnen weiter.
  • Falls Sie sich noch nicht sicher sind, ob das Wagnis ‚eigenes Unternehmen‘ etwas für Sie ist, sollten Sie sich auf dem alljährlichen Gründergipfel in Köln einen Tag lang ausführlich informieren. Die Teilnahme ist kostenlos und eine vorherige Anmeldung nicht erforderlich.

Welche weiteren Quellen kennen Sie, die Frauen bei einer Unternehmensgründung unterstützen können?

 

Bildnachweis: Digital Media Women e.V., Credits: Simone Naumann Fotografie

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