Diesmal sind wir nicht am International Airport Schiphol gelandet, sondern mit dem ICE eingetroffen. Amsterdam Centraal liegt mitten in der Stadt und ich war wirklich in großer Vorfreude auf das neue Waldorf Astoria und die Stadt, in der ich vor einigen Jahren an der „Universiteit van Amsterdam“ studiert habe. Neben dem neuen Waldorf wollte ich auch sehen, was sich in den letzten Jahren architektonisch und urban in der Stadt getan hat.

Das Waldorf Astoria in der prachtvollen Herrengracht wurde erst im Mai 2014 eingeweiht und ist eines der ersten Häuser am Platz. Das Fünf-Sterne-Hotel mit seinen 93 Zimmern liegt zwischen ruhigen Kanälen und in der Nähe des königlichen Palastes. Das Mauerwerk ist dunkel und schlicht und passt sich der umgebenen Architektur an. Kurz: Auf den ersten Blick ist es ziemlich unauffällig.

Das Hotel besteht aus sechs alten Patrizierhäusern – Teile des Gebäudes gehen bis in das 17. Jahrhundert zurück. Im Laufe der Zeit dienten die Gebäude als Wohnsitz des Adels und von bedeutenden, einflussreichen Handelsleuten. Im 19. und 20. Jahrhundert beherbergten die Gebäude Banken.

Ich betrat das Hotel über eine kleine Außentreppe und fühlte mich fast als Hausherr – und genau dies macht den Charme aus. Man fühlt die Liebe zum Detail und den Respekt vor der Geschichte in allen Räumen. Besonders gut gefielen uns die Rokkoko-Figuren im Treppenhaus.

Brentano Suite

Im Hotel gibt es ein erfrischend internationales Publikum. Heute befinden sich die geschichtsträchtigen Mauern in der Obhut der Hilton Gruppe. Ich sage es schon einmal vorab: Das Waldorf ist eines der lockersten, freundlichsten und routiniertesten Top-Hotels in Amsterdam, in denen ich zu Gast war.

Der Service ist wie in allen Waldorf Häusern ausgezeichnet, aber dabei so dezent, dass man sich direkt nach dem Empfang wohlfühlt. Die Gestaltung der Zimmer tut sein Übriges: Die Einrichtung ist stylish, aber gemütlich. Die Details sind durchdacht und schaffen eine im wahrsten Sinne wohnliche Atmosphäre.

Living Area of Royal Suite

Mit Vorfreude erwartete ich mein Dinner im Gourmet Restaurant „Librije’s Zusje“. Der Chefkoch Sidney Schutte steht in Exklusiv-Partnerschaft zum 3-Sterne Michelin Restaurant „De Librije“ in Zwolle. Im Waldorf befindet sich sozusagen die kleine Schwester. Sidney kocht im De-Librije Stil, bringt aber seine persönliche Note deutlich mit ein.

Diese ist asiatisch, bedingt durch seine zehnjährige Kocherfahrung in Hong-Kong. Seine Liebe zu holländischen Produkten will er aber nicht verstecken. So kamen wir in den Genuss von heimischen und saisonalen Beeren und Früchten aller Art. Besonders entzückte uns der Apfelkuchen – er war ein wahres Gedicht!

Hooft Ballroom

Nach dem Dinner begaben wir uns dann noch auf einen Drink in die „Vault  Bar“ und mochten besonders die geheimnisvollen, alten Schließfächer. Wie gesagt, das Waldorf Amsterdam war mal eine Bank! Heute werden in den Schließfächern edle Tropfen alten Whiskeys gelagert.

Zu meiner Suite noch diese Bemerkung: Ich hatte das Gefühl wie auf  Wolken gebettet zu sein. Wir haben wirklich gut geschlafen. Erwähnenswert ist auch der schön angelegte Garten. Was heißt hier Garten? Es ist schon fast ein Park, perfekt zum Entspannen!

Vault Bar, original safes behind the bar

Am nächsten Morgen ging es per Rad diesmal nicht in den Vondelpark, sondern in den Westerpark. Wir erfreuten uns an der Industrie-Kulisse und dem guten Kaffee in den alten Hallen. Dann ging es weiter ins Marseille-Huis an der Kaizergracht.

Dieses Haus ist jetzt der Fotografie gewidmet und überrascht den Besucher mit interessanten Ausstellungen. Ein paar Häuser weiter, auf der anderen Seite des Kanals, liegt das Patrizierhaus Felix Meritis im neu-klassizistischen Stil und bietet seinen Gästen kleine Snacks und wunderbaren Kaffee.

Indoor Heated Pool

2013 hat das Stedelijk Museum nach neunjähriger Umbauphase wieder eröffnet. Es gibt viel zeitgenössische Kunst und nicht so lange Warteschlangen wie vor dem Van-Gogh Museum. „Badkuip“, Badewanne, nennen die Amsterdamer die weltweit größte Kunststoffkonstruktion, die nach einem Entwurf von Benthem Crouwel, den auf der Parkseite gelegenen Eingangsbereich bildet.

Was für eine wunderschöne Stadt – ich habe mich wieder verliebt. Am Abend besuchten wir dann die Skylounge im Hilton Hotel, um den Ausblick und dazu einen Gin Tonic zu genießen. Dann ging ein großartiger Abend in Amsterdam zu Ende.

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