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Im Erholungsort Jemgum kann man einmal tief durchatmen. Der urige Ort in Ostfriesland ist ein traditionelles Fischerdorf an der Ems – und hier schlagen die Uhren langsamer. Schon von weitem kann man die zweistöckige Holländer-Windmühle und den Kirchturm des Ortes sehen, der Besucher begrüßt. Bei einem Spaziergang durch Jemgum fühlt man sich am Sielhafen in eine vergangene Zeit versetzt: Dort liegt die Fischkutterflotte im Hafen und versprüht das nostalgische Flair. Nicht weit ist es zu der Meeresbucht Dollart. Dort kann man das weltweit einmalige Watt bei einer Wattwanderung von nahem erleben. In der typisch norddeutschen Landschaft kann man Fahrradtouren an der Nordsee oder in das nahegelegene Holland machen – Entspannung pur für Körper und Geist.
Jemgum befindet sich im Rheiderland, das zwischen dem Dollart und der Ems liegt. Die nächstgrößeren Städte sind das etwa zehn Kilometer entfernte Leer und das 20 Kilometer nordwestlich gelegene Emden. Über die A 31 kann man sowohl vom niederländischen Groningen wie auch aus Richtung Oldenburg anreisen. Wer mit der Bahn anreisen möchte, der fährt bis Leer, von wo aus es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln weitergeht.
In Jemgum wie auch den anderen Ortschaften der Region hatte das Ziegeleiwesen bis ins 20. Jahrhundert eine große Bedeutung. In der Blütezeit im 19. Jahrhundert gab es 26 Ziegeleien im Ortsteil Midlum. Dort befindet sich heute auch das sehenswerte Ziegeleimuseum. In der ehemaligen Ziegelei Cramer können Besucher hier alles über das Handwerk, seine Rohstoffe und Verarbeitungsformen erfahren. Sehenswert sind auch die vielen Kirchen in und um Jemgum. Die Liudgeri-Kirche in Holtgaste ist die älteste Kirche im Rheiderland. Sie wurde im 13. Jahrhundert erbaut und der reich verzierte Altar von Tönnies Mahler aus dem 1644 ist ein besonderer Blickfang. Auch aus dem 13. Jahrhundert stammt die Midlumer Kirche. Ihre Besonderheit ist ihr dreigeschossiger, 14 Meter hoher Glockenturm. Er ist nicht nur der wahrscheinlich älteste Glockenturm in Ostfriesland und neigt sich noch stärker zur Seite als der schiefe Turm von Pisa.
Ein ganz besonderes Erlebnis ist die Fahrt mit der Torflorenbahn. Wer diese anderthalbstündige Reise macht, gelangt so tief in das Moor hinein und bekommt diese besondere Landschaft erläutert. Auch eine geführte Wanderung durch das Moor ist möglich, was besonders bei anbrechendem Tageslicht oder der untergehenden Sonne eine einzigartige Atmosphäre spürbar macht. Auf geführten Wanderungen durch die nahe Wattlandschaft kann man die Tiere und Pflanzen der Nordsee kennen lernen – in dem einzigarten Biosphärenreservat und Vogelschutzgebiet gibt es einiges zu entdecken.