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In Bad Grönenbach ist Sebastian Kneipp allgegenwärtig. Hier ließ sich der junge Mann unterrichten und hier entwickelte er auch sein ganzheitliches Naturheilverfahren. Dabei dürfte sein Zusammentreffen mit dem Botaniker Köberlin, der als evangelischer Pfarrer in Grönenbach diente, nicht unerheblich für Kneipps Entwicklung gewesen sein. Bei einem Spaziergang durch die Gemeinde wird man überall sein Wirken und seine Ideen finden, die Kneippsche Kur hat hier Tradition. Auch das Wahrzeichen der Markt ist eine Besichtigung wert. Das Hohe Schloss stammt aus dem 12. Jahrhundert, Besucher können es beim historischen Mittelaltermarkt Anno 1525 näher kennen lernen. Es findet regelmäßig statt und hat die Proklamation der zwölf Artikel in Memmingen während der Bauernkriege als Hintergrund. Damals wurden zum ersten Mal in ganz Europa die Menschenrechte schriftlich eingefordert.
Bad Grönenbach ist ein bayrischer Markt und ein Kneippheilbad. Er liegt etwa 13 Kilometer südlich von Memmingen. Die Landschaft wird durch die Allgäuer Hügellandschaft und die oberschwäbische Flora und Fauna geprägt. Möchte man mit der Bahn anreisen, fährt man über Kempten und Ulm. Mit dem Auto erreicht man die Gemeinde über die A7.
Ein Besuchermagnet ist das Hohe Schloss, das man auch von innen besichtigen kann. In unmittelbarer Nähe befindet sich der Schlossberg, der das Ensemble komplettiert. Es gibt aber auch ein Unteres Schloss. Den Bau aus dem 17. Jahrhundert kann man zwar nur von außen betrachten, jedoch vermittelt er auch bei einem Rundgang seine frühere Herrschaftlichkeit. Eine säkulare Sehenswürdigkeit ist die Stiftskirche St. Philipp und Jakob aus dem frühen 12. Jahrhundert. In den nächsten Jahrhunderten passte sich der Bau immer wieder den Zeitgeschmäckern an, die romanische Krypta aus dem originalen Bau ist jedoch noch erhalten. Sehenswert sind auch die Epitaphien des ehemaligen Ortsadels, die man im Innenraum besichtigen kann. Gleich neben befindet sich das Kollegiatstift, welches 1479 von Ludwig von Rothenstein und seiner Frau Jutta von Hürnheim gestiftet wurde. Heute kann man hier den Pfarrhof der katholischen Gemeinde entdecken.
Auf den Spuren Kneipps bewegt man sich auf dem Kneipp-Radweg. Er verbindet die drei Kneippkurorte Bad Grönenbach, Ottobeuren und Bad Wörishofen und hat eine Länge von 50 Kilometern. In Bad Wörishofen lohnt sich der Besuch des Sebastian-Kneipp-Museums, in Memmingen kann man die Frauenkirche besichtigen. Der Radweg führt auch durch Ottobeuren, wo man eine Rast am Benediktinerkloster mit der sehenswerten Basilika und der Krippensammlung der Abtei Ottobeuren machen sollte. In Mindelheim kann man das Flair der Altstadt mit der mittelalterlichen Stadtbefestigung auf sich wirken lassen. Sehenswürdigkeiten sind hier das Turmuhrenmuseum und die Mindelburg aus dem 15. Jahrhundert.