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Im Westen des Kraichgaus liegt die Stadt Bretten. Bereits im Jahr 767 war sie unter dem Namen "villa breteheim" bekannt, 1497 wird mit Philipp Melanchthon der bis heute bedeutendste Sohn der Stadt geboren. Melanchthon war ein bedeutender Reformator, dessen Leben und Wirken man im neugotischen Melanchthonhaus am Brettener Marktplatz kennen lernen kann. Das Juwel des Historismus wurde 1897 erbaut und ersetzt an diesem Standort das 1689 abgebrannte Geburtshaus des Reformators. Besucher können sich von den kunstvoll gestalteten Wand- und Deckentäfelungen, Skulpturen, den vielfältigen Wandgemälden und dem Mobiliar gefangen nehmen lassen, die alle seit dem Jahr 1903 unverändert bestehen. Ein Mal im Jahr findet in Bretten mit dem Peter-und-Paul Fest das älteste südwestdeutsche Volksfest statt.
Bretten liegt etwa 23 km nordöstlich von Karlsruhe. Die Landschaft wird durch den Kraichgau geprägt, der sich durch eine markante Hügellandschaft auszeichnet. Die Stadt liegt am idyllischen Rand von Verdichtungsräumen wie Karlsruhe, Pforzheim, Stuttgart, Heilbronn und MannheimHeidelberg. So ist die naturnahe Stadt trotzdem gut über die A8 und A5 zu erreichen. Über die Kraichgaubahn und die Westbahn gelangt man von allen größeren Städten nach Bretten.
Gleich mehrere Museen laden hier zu einem Besuch ein. Ganz besonders ist das Deutsche Schutzengelmuseum. Hier werden zum Zweck des interreligiösen Dialoges Engel-Darstellungen aus den vergangenen 600 Jahren gezeigt. Darunter befinden sich Exponate wie Gemälde, Holzschnitte und Kupferstiche des 16. bis 19. Jahrhunderts – kaum ein Material und kaum eine Religion sind nicht vertreten. Zum Themenschwerpunkt gehören die sich verändernden Schutzengel-Darstellungen in der europäischen Kunst seitdem die Druckgrafik zur Mitte des 19. Jahrhunderts immer populärer wurde. Das älteste Haus der Stadt ist das sogenannte Gerberhaus. Es wurde 1585 erbaut und ist eines der wenigen Häuser, die den Stadtbrand von 1689 überstanden. Im Inneren können Besucher das Gerberhandwerk und die Lederverarbeitung kennen lernen.
In Bretten findet einen Tag nach dem kirchlichen Peter-und-Paul-Feiertag das bekannte Peter-und-Paul-Fest statt. Das Volksfest ist über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und zieht jährlich mehr als 80.000 Besucher nach Bretten. Seinen historischen Ursprung hat das Fest in der erfolgreichen Abwehr der württembergischen Truppen unter Herzog Ulrich von Württemberg im Jahr 1504. Die siebenjährige Belagerung hat auch Philipp Schwarzerdt, der spätere Phlipp Melanchthon, miterlebt. Auch die Traditionen des "Schäfersprungs", einem Wettkampf der Schäfer aus dem 15. Jahrhundert und des "Freischießens" mit dem Küren des Schützenkönigs gehen in die Festgestaltung mit ein. Zu den Höhepunkten des Festes gehört die Nachstellung der Schlacht am Simmelturm, bevor das Feuerwerk den süddeutschen Himmel erleuchtet.