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Merseburg wird gern als die Mutter der Städte Mitteldeutschlands bezeichnet, denn auch wenn die erste urkundliche Erwähnung der Stadt erst ungefähr auf das Jahr 880 datiert wird, ist eine Besiedlung der Region durch Grabfunde bereits in der Jungsteinzeit nachweisbar. Dennoch ist in Merseburg die Zeit nicht stehengeblieben: Als Dom- und Hochschulstadt profitiert die Stadt von moderner Wissenschaft und Kultur.
Merseburg befindet sich am Rand des Saale-Unstrut-Tales in der Nähe von Leipzig und Halle. Die Tourismusroute Straße der Romanik führt durch die Stadt und weist auf die zahlreichen Burgen und Schlösser der Region hin. Neben direkten Bahnverbindungen nach Halle und Weißenfels profitiert Merseburg von der Nähe zu den Autobahnen A 38, A 9 und A 14. Die schönste Art der Anreise dürfte jedoch eine Bootsfahrt über die Saale aus Halle oder Naumburg sein.
Der Industriestandort Merseburg ist seit Jahrzehnten gewachsen und gehört neben den Chemiekomplexen Schkopau und Leuna zu den wichtigsten Wirtschaftsregionen des Landes Sachsen-Anhalt. Fünf Industrie- und Gewerbegebiete bieten die besten Bedingungen vor allem für mittelständische Firmen aller Art. Diese profitieren von der guten Verkehrsanbindung und den Absolventen der Hochschule Merseburg, die hier unter anderem Angewandte Informatik, Chemie- und Umwelttechnik oder Kunststofftechnik studieren. So gehört nicht ohne Grund die jährlich stattfindende Messe Jobfactory zu den wichtigsten Veranstaltungen der Region rund um Ausbildung, Studium und Beruf.
Zu den beeindruckenden Kulturgütern der Stadt zählen die Merseburger Zaubersprüche, die in der Domstiftsbibliothek aufbewahrt werden und wahrscheinlich aus dem 9. oder 10. Jahrhundert stammen. Im Zauberspruchgewölbe der Südklausur des Doms kann eine Reproduktion der kostbaren Handschrift betrachtet werden. Der Dom birgt jedoch noch weitere Schätze, wie zum Beispiel eine prächtige Bibel aus dem 13. Jahrhundert, die mumifizierte Hand von Rudolf von Schwaben und die Fürstengruft. Technikinteressierte haben im Deutschen Chemie-Museum die Gelegenheit, mehr über die Entwicklung der chemischen Industrie in Mitteldeutschland zu erfahren oder besuchen den Luftfahrt- und Technik-Museumspark.
Nach Kultur und neuesten technischen Erkenntnissen lässt es sich gut in den Parkanlagen des Schlosses oberhalb von Merseburg erholen. Der Schlossgarten wurde im Jahr 1825 durch den berühmten Gartenarchitekten Peter Josef Lennè entworfen und zeigt noch heute Züge des ehemaligen Entwurfs. Für Tierfreunde lohnt sich indessen ein Besuch im Heimattierpark des Südparks.