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Er ist knapp 30 Zentimeter hoch und wiegt rund 350 Gramm. Die Rede ist vom berühmten „Goldenen Hut“. Bei seinem Fund im Jahr 1835 war es noch ein Goldblech-Kegel, den der Taglöhner Jakob Geimer fand. Erst neuere Forschungen haben nun ergeben, dass es sich dabei wirklich um einen Hut gehandelt haben muss – der heute im Übrigen im Historischen Museum der Pfalz ausgestellt ist. Ein Duplikat ist allerdings im Schifferstädter Heimatmuseum zu bewundern. Forschungen zufolge stamme der Hut aus der Bronzezeit und war wohl im Besitz von geistlichen Repräsentanten wie beispielsweise Priestern. Welcher Religion sie angehörten ist indes unbestätigt. Wissenschaftler vermuten, dass zwischen dem 14. und dem 8. Jahrhundert vor Christus einer anderen Religion gefolgt worden sein muss. Der „Goldene Hut“ von Schifferstadt wird auf über 3000 Jahre geschätzt. Sein Fundort ist im Übrigen ein Etappenziel des Archäologischen Erlebnisweges.
Schifferstadt liegt nördlich des Oberrheingrabens in der Metropolregion Rhein-Neckar. Die Stadt liegt zwischen Oden- und Pfälzerwald und ist geprägt durch eine eindrucksvolle Naturkulisse von Rheinauen, Äcker, Wälder und Wiesen. Doch Schifferstadt ist auch nur einen Katzensprung von den benachbarten Großstädten entfernt. Zehn Minuten entfernt liegen Speyer und Ludwigshafen, nach einer Fahrtzeit von 15 Minuten erreichen Einwohner und Besucher Mannheim. Schifferstadt ist über die A61 und die B9 verkehrstechnisch gut angeschlossen. Darüber hinaus führen gleich zwei S-Bahn-Linien in den Ort und eine IC-Verbindung nach Frankfurt.
Das wohl traurigste Kulturgut in Schifferstadt ist die Edith-Stein-Gedächtnistafel. Sie befindet sich am Hauptbahnhof und zeigt die Stelle an der Edith Stein ihre letzten Worte wechselte – bevor sie ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert wurde. Die Frauenrechtlerin und Philosophin wurden 1987 selig- und 1998 heiliggesprochen. Das Opfer des Holocaust kämpfte unermüdlich für eine Brücke zwischen Christen- und Judentum. Positiver ist das alte Rathaus konnotiert, denn es gilt als das schönste Relikt der Renaissancezeit in der Region. Ein eigenes Museum wurde indes dem Ehrenbürger Wilfried Dietrich gewidmet. Der Olympiasieger im Ringen trug den Namen „Kran von Schifferstadt“ und seine Erfolgsgeschichte wird im Ringermuseum nachgestellt. Wer sich für keinen thematischen Schwerpunkt entscheiden kann, dem sei zum historischen Stadtrundgang geraten. Dabei begeben sich die Besucher auf Entdeckungstour durch die Kleinstadt, die Ringerstadt, die Fundstelle des „Goldenen Hutes“ und der Rettichmetropole.
Schifferstadt ist die Heimat des „Weißen Goldes“. Bereits Anfang des 20. Jahrhundert trug der so bezeichnete Rettich den Namen der Stadt über die Grenzen hinaus. Heute ist der Rettich zum Anlass des alle fünf Jahre gefeierten Rettichfestes geworden. Dabei wird die Rettichpolka getanzt und zum Rettichboxen geladen. Doch das ist nicht das einzige Event, was in den Ort lockt: Im Februar lädt die Straßenfasnacht zum närrischen Treiben und auch beim Stadtfest säumen viele Besucher die Straßen. Musikalisch wird’s indes bei diversen Musikfestivals wie dem Swinging und dem Jazz-Open-Air im Grünen. Abseits der Feste wird Erholung im Grünen in Schifferstadt großgeschrieben. Das Biosphärenreservat „Grüne Lunge“ ist dabei wohl das Bekannteste, doch auch Nord- und Südpark sowie der Vogelpark und der Stadtwald werden gern zur Sport- und Freizeitgestaltung genutzt.