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Eine Stadt mit Wirkkraft im Herzen Thüringens ist Mühlhausen. Die Stadt liegt am Fluss Unstrut und vielen kleinen Bächen, die es bereits in früher Zeit möglich machte, das dort intensiv die Mühlenwirtschaft betrieben wurde – was noch heute am Stadtnamen auszumachen ist. Etwas später amtierte hier der junge Johann Sebastian Bach als Organist an der Divi-Blasii-Kirche. Der Ort, an dem seine Karriere begann, existiert noch heute. Der aus dem 13. Jahrhundert stammende Sakralbau besticht durch seine mit Maßwerk, Fialen und einem Radfenster aufwändig gestaltete Schaufassade an der Nordseite. Auch der Revolutionär des Bauerkrieges, Thomas Müntzer, wirkte in Mühlhausen.
Mühlhausen befindet sich im Thüringer Becken und wird von der Unstrut, einem Nebenfluss der Saale, durchflossen. Die nächstgelegenen Großstädte Erfurt, Kassel und Göttingen sind etwa eine Autostunde entfernt und gut über die nahegelegenen Bundesttraßen B247 und B249 erreichbar. Bahnreisende profitieren von Direktverbindungen nach Erfurt, Göttingen und Kassel.
Das Museum am Lindenbühl ist ein imposanter Neorenaissancebau, der sich eng an die historische Stadtmauer schmiegt. Die Schwerpunkte des Kulturhistorischen Museum ist die Geschichte des Unstrut-Hainich-Kreises sowie die Thüringer Kunst des 20. Jahrhunderts. Im Fernmeldemuseum in Mühlhausen kann man einen Blick zurück auf die Geschichte des Telefons werfen, die dort bis in das 1891 dokumentiert und gezeigt wird. Zu den besonders sehenswerten Exponaten gehören die funktionsfähigen OB-Vermittlungseinrichtungen und Apparate aus der Jahrhundertwende – damals musste der nötige Strom noch mit einer Kurbel erzeugt werden. Im örtlichen Feuerwehrmuseum kann eine sehenswerte Sammlung historischer Feuerlöschgeräte besichtigt werden – zu den Highlights zählt eine originale Pferdespritze aus den Jahren um 1890.
In Mühlhausen findet mit der Mühlhäuser Kirmes die größte Stadtkirmes Deutschlands statt. Das Volksfest fand im Jahr 1877 zum ersten Mal statt. Vergleichbar ist das Fest mit dem rheinischen Karneval. Zu den Höhepunkten des mehrtägigen Festes gehört vor allem der Umzug durch die Mühlhäuser Altstadt, bei dem mehrere zehntausend Zuschauer Spalier stehen. Hier stechen die uniformierten Spielmannszüge hervor, die sich mit Schellenbaum, Trommelpfeifen und Fanfaren Gehör verschaffen. Besucht man Mühlhausen, kann man mit etwas Glück die kulinarischen Besonderheiten der Stadt genießen. Im Januar findet man in traditionellen Bäckereien den sogenannten Süßkuchen. Dabei handelt es sich um ein Gebäck aus einer dicken Masse aus Honig und Pfefferkuchengewürz auf einem knackigen Roggenmehl-Boden. Das Originalrezept ist über 800 Jahre alt. Laut einer Sage bekommen alle Menschen die am Gründonnerstag in Mühlhausen keine Brezel essen Eselsohren. Deshalb findet man an diesem Tag in jeder Bäckerei süße Brezeln aus Hefeteig mit Zuckerguss.