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Bad Gandersheim im Westen des Harzes ist eine idyllische Stadt mit einer bewegten Geschichte, die Besucher anhand der historischen Gebäude und Denkmäler nachempfinden können. Das historische Rathaus von 1580 sowie das gotische Fachwerkhaus „Bracken“ von 1473 zieren den Kern. Weitere restaurierte Fachwerkhäuser wie das „Ricksche Haus“ von 1552 und „Zur Ecke“ von 1581 lassen Besucher ebenfalls in vergangene Zeiten eintauchen. In der Stadt ist besonders eine Frau ganz präsent: Roswitha von Gandersheim, eine bedeutende Dichterin aus dem 10. Jahrhundert, hat hier gelebt und gewirkt. Ihr künstlerisches Erbe wird in Ehren gehalten, sodass eine belebte kulturelle Landschaft entstanden ist, die sich in vielerlei Hinsicht äußert. Veranstaltungen rund um Literatur und Kunst finden das ganze Jahr über statt, Ausstellungen zu verschiedensten Themen werden organisiert. Den Höhepunkt stellt einmal im Jahr die Verleihung des „Roswitha-Preises“ dar, der an Frauen verliehen wird, deren literarische Werke von außergewöhnlicher Qualität sind.
Bad Gandersheim in Niedersachsen liegt zwischen dem Harz und dem Leinetal. Nördlich der Stadt liegt der Höhenzug Heber. In der Nähe der Stadt befindet sich ein Anschluss an die Bundesautobahn A7, die über die Bundesstraßen 61 und 445 erreicht werden können. So ist Hildesheim in nur 40 Autominuten, Hannover in ungefähr 60 Minuten erreichbar. Mit der Bahn gelangen Reisende über Göttingen direkt in die Stadt.
852 ist das Stift Gandersheim vom Sachsenherzog Liudolf gegründet worden. Lange davor wurde in diesem Ort bereits eine Kaufmannsniederlassung erbaut, auf der heute die Georgskirche steht, die älteste Pfarrkirche der Stadt. Die romanische Kirche des Stiftes ist noch immer erhalten. Es handelt sich um eine frühromanische Basilika, deren Westportal einmal im Jahr während der Gandersheimer Dommusiken als Bühne genutzt wird. Im „Portal zur Geschichte“ wird dauerhaft in einer Ausstellung an verschiedenen Standorten die Geschichte der Stadt vorgestellt. Der erste Teil befindet sich in der Stiftskirche und präsentiert den Kirchenschatz. Der zweite Teil, in der Klosterkirche Brunshausen, präsentiert Kunstwerke und die für die Stadt wichtigen Frauen wie Roswitha von Gandersheim und Theophanu. Außerdem wird die Vergangenheit des Klosters aus mittelalterlicher Zeit und aus frühester Neuzeit dargestellt, als das Kloster als Außenlager des KZ Buchenwald genutzt wurde. Ein Besuch im Stadtmuseum im Rathaus rundet den historischen Überblick ab. Das Wahrzeichen der Stadt ist ein Naturdenkmal. Die 200 Jahre alte Kopfbuche hat zwar vor einigen Jahren einen Hauptast verloren, ist aber immer noch eine imposante Erscheinung, die vor der Stadt zu besichtigen ist.
Die Region rund um Bad Gandersheim eignet sich hervorragend für Wanderungen, Radtouren und Outdoorsport. Die Wander- und Radwege führen Urlauber durch traumhafte Wälder, malerische Dörfer und zu historischen Plätzen. Sehenswert ist unter anderem der Skulpturenweg Lamspringe, auf denen sich die Klöster Lamspringe und Brunshausen befinden. Ein attraktiver Radweg ist der Radweg der Kunst, der in der Stadt beginnt und über Hildesheim bis nach Hannover zur Leine führt oder der Harzrundweg, der bis Quedlinburg geht. In der Stadt sind ebenfalls mehrere Kurparks angelegt, die zum Spazieren einladen. Ein Tagesausflug lohnt sich nach Quedlinburg, einer 1.000-jährigen Fachwerkstadt mit über 1.200 historischen Bauten aus verschiedenen Jahrhunderten. Die dazugehörige Burgenlandschaft ist ein UNESCO-Weltkulturerbe.