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Entzückend ist die Altstadt von Schmalkalden, denn hier können Besucher die zu 90 Prozent erhaltenen Fachwerkhäuser aus dem Spätmittelalter bewundern. Bekannt ist die Stadt vielen Biathlon-Fans aber auch als Geburtsstädte der beliebten Weltcupsieger Kati Wilhelm, Sven Fischer und Frank Luck. Kulturfreunde zieht es wiederum in das Schloss Wilhelmsburg. Das Renaissance-Schloss wurde zwischen 1585 und 1590 unter der Leitung von Wilhelm IV. erbaut und gilt wegen seiner erhaltenen Räume und der prächtigen Außenanlage als wichtiges Denkmal der Renaissance. Besonders sehenswert sind die originalen Wandmalereien und die Stuckatur in den Räumlichkeiten. Dort findet man auch die Ausstellung "Aufbruch in die neue Zeit", die über die Stadtgeschichte und den Aufbau des Schlosses informiert.
Schmalkalden ist eine Fachwerk- und Hochschulstadt südwestlich des Thüringer Waldes. Seinen Namen hat die Stadt von dem Fluss Schmalkalde, der hier mit der Stille zusammenfließt. Über die A 71 gelangt man nach Schmalkalden, mit der Süd-Thüringen-Bahn hat man einen Anschluss nach Wernshausen, Zella und Mehlis. Erfurt liegt etwa eine Autostunde nordöstlich der Stadt.
Interessant ist eine Führung durch das Besucherbergwerk Finstertal. Nachdem von 1858 bis 1934 in den Eisen- und Braunsteingruben gearbeitet wurde, können Besucher heute auf einer Länge von 350 Metern Grubengebäude und eine Gezähekammer mit einem Kompressor aus dem Jahr 1919 besichtigen. Faszinierend sind die fluoreszierenden Mineralien in den Gängen, die neben dem Originalgeleucht der Bergleute den Weg bescheinen. Auch über Tage gibt es einiges zu sehen. Ehemalige Bergleute erklären das Gezähe, das Arbeitsgerät unter Tage, und das Geleucht. Traditionen werden dargestellt und der Nachbau einer Haspelkaue mit Haspelgesenk ist für Groß und Klein ein besonders sehenswertes Exponat. Im Technischen Museum Neue Hütte kann man die spätklassizistische Hochofenanlage aus dem Jahr 1835 besichtigen, die heute ein technisches Denkmal ist. Eine Ausstellung widmet sich der Geschichte der Neuen Hütte, außerdem gibt es unter anderem eine handwerkliche Nagelschmiede zu sehen. Ein beliebtes Ziel für Besucher ist auch die Stadtkirche St. Georg. Dort befindet sich über der Sakristei die Lutherstube. Hier soll sich der berühmte Reformator bei einem Besuch in Schmalkalden im Februar 1537 aufgehalten haben.
Auf den Spuren Martin Luthers wandelt man auch auf dem Lutherweg, der von Schmalkalden nach Tambach-Dietharz führt. 1537 soll Luther Teile dieses 17 Kilometer langen Weges genutzt haben, als er wegen einer Erkrankung vorzeitig die Tagung des Schmalkaldischen Bundes im Februar 1537, dem sogenannten "Schmalkalder Fürstentag", verlassen musste. Unterwegs kann man die Stille des Thüringer Waldes genießen.