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Kennen Sie Waldhufendörfer? Nicht? Dann wagen Sie doch einen Besuch in Wolkenstein im Erzgebirge. Dort werden Sie diese Siedlungsform erleben. Sie ähneln einem Reihendorf und werden meist entlang von Rodungslinien angelegt. Als markantestes Waldhufendorf gilt übrigens Königswalde, das nur rund 20 Minuten von Wolkenstein entfernt liegt. Rund um die Stadt gelten Schönbrunn, Falkenbach, Gehringswalde und Hilmersdorf als Waldhufendörfer. Auf der Suche nach Erzen in der Region wurde übrigens ein ganz anderer Fund gemacht: eine Quelle, die namensgebend für den Kurort sein sollte. Heute ist die Stadt geprägt von einer historischen Stadtanlage, von der Erzgebirgslandschaft und den Wellnessangeboten, die sich rund um die Quelle angesiedelt haben.
Wolkenstein liegt nur 30 Fahrminuten südöstlich von Chemnitz. 20 Kilometer trennen die Stadt von der Grenze zu Tschechien. Wolkenstein liegt im Erzgebirge, dem Mittelgebirge, das durch Sachsen und Böhmen verläuft. Die Stadt befindet sich oberhalb des Zschopautales. Durch den Ort führt die Bundesstraße B171, durch einen Ortsteil führen die B101 und die B174. Die Zschopautalbahn lässt auf das Auto verzichten.
Schloss Wolkenstein ist nicht nur der Namensgeber, sondern überragt auch die Stadt Wolkenstein an Höhe. Die Burg gehörte im Hochmittelalter den Herren von Waldenburg und erstrahlt heute im Stil der Renaissance. Urkunden belegen, dass die Burg bereits im 13. Jahrhundert existiert haben muss. Nach dem 1500 wurde die Burg zum Jagdschloss ausgebaut; ab Mitte des 16. Jahrhundert wurde das Schloss Wolkenstein zum Wohnsitz im Stil der Renaissance. Anschließend fungierte das Gebäude als Sitz des Amtsgerichts und als Strafanstalt. Heute stellt Schloss Wolkenstein den Platz für das städtische Heimatmuseum, ein historisches Trauzimmer und eine Wirtschaft. Mit dem Fürstensaal steht ein Veranstaltungsraum zur Verfügung. Ebenfalls im Zusammenhang mit der Burg steht die St.-Bartholomäus-Kirche. Sie war einst die Kapelle, die zur Burg gehörte.
Heute ist es ein attraktives Zentrum für Gesundheit und Wellness – die Rede ist vom Kurort Warmbad. Im Wolkensteiner Ortsteil ist ein Ort mit Heilquellenbetrieb entstanden – und mit historischen Wurzeln. Bereits 1484 wurde der Kurort erstmals erwähnt. Heute sind die Kuranlagen mit Gesundheitseinrichtungen, Kurpark mit See, Konzertplatz und Einkaufspassage zum attraktiven Besuchermagnet geworden. Neben dem gesunden Klima durch die Lage im Erzgebirge gibt es dort die wärmste und zugleich älteste Heilquelle Sachsens. Wer gerne aktiv wird, den heißt die Stadt Wolkenstein natürlich ebenfalls willkommen, denn sie ist für Wanderer und Radfahrer ein kleines Paradies. Klassische Wanderrouten und 14 explizite Tourempfehlungen wurden ausgesprochen. Dabei sind die Wanderwege nicht nur naturräumlich spannend, sondern entführen auch in die Geschichte des Bergbaus, einem der wichtigsten Wirtschaftszweige im Erzgebirge.