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Dort wo bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts noch die Mühlen klapperten, die namensgebend für den Ort waren, befindet sich heute eine kleine Gemeinde im Odenwald. Mit eines der bekanntesten Gebäude im Ort ist die Burg Frankenstein, um die sich ein spannender Mythos rangt: Keinen Geringeren als den Brüdern Jacob und Wilhelm Grimm sei die Geschichte von Johann Konrad Dippel von Frankenstein zu Ohren gekommen. Es handelte sich dabei um eine Schauergeschichte über einen Alchimisten, der beim Versuch einen neuen Menschen aus Leichenteilen zu erschaffen ein Wesen kreierte, was in den Wäldern lauert. Dieses Thema sowie die Theorien Darwins und Benjamin Franklins sollen die Grundlage zum Roman „Frankenstein, der neue Prometheus“ aus der Feder von Mary Shellley gewesen sein. Harter Tobak für einen kleinen Ort wie Mühltal.
Der Nordwesten des Odenwaldes, der Norden der Bergstraßen-Gebirgszüge und Burgen und Schlösser – sie alle spielen bei der Beschreibung der Lage der Gemeinde Mühltal eine große Rolle. Doch auch Darmstadt, der Ort der nur rund 20 Minuten von Mühltal entfernt liegt, ist bezeichnend. Die Gemeinde verfügt über eine gute ÖPNV-Anbindung in die Stadt. Über die Bundesstraßen B426, B449 und die B3 sowie die Autobahnen A5 und A67 ist eine gute Anbindung an hessische Verkehrsnetz geboten.
Fachwerkhäuser, die teilweise über 200 Jahre alt sind, säumen die Straßen von Mühltal und verleihen dem Ort historisches Flair. Die größte Sehenswürdigkeit, die Burg Frankenstein, ist genauso untrennbar mit Johann Konrad Dippel verbunden wie das Hofgut Dippelshof, das seinen Namen von dessen Bruder erhielt. Einst ein attraktives Ausflugsziel der Städter aus Darmstadt, wurde der Gutshof in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts renoviert. Ein altes Fabrikgebäude dient indes den Bürgern und Besuchern des Ortes als Kunst- und Kulturzentrum. Dort sind Räumlichkeiten für Ausstellungen, Theater- und Kunstevents entstanden.
Im Jahr 1902 fand es zum ersten Mal statt: das Frankenstein-Bergturnfest. Teilnehmer aller Altersgruppen stellen dabei ihren Sportsgeist unter Beweis, nehmen an Wald- und Langstreckenläufen teil, absolvieren einen Dreikampf oder versuchen beim Weitsprung oder beim Steinstoßen im Wettbewerb zu siegen. Doch Sportbegeisterte zieht es nicht nur einmal im Jahr ins hessische Mühltal. Im Sommer bietet der Odenwald zahlreiche Möglichkeiten, Alpin-Ski zu fahren oder sich beim Langlaufen sportlich zu betätigen. Nach etwa einer dreiviertel Stunde Fahrtzeit erreicht man Hainstadt. Dort gibt es einen Steinbruch und einen Klettersteig, der Geologie- und Kletter-Fans gleichermaßen auf ihre Kosten kommen lässt. Wer’s lieber gemächlicher angeht kann das über 10.000 Kilometer umfassende Wanderwegenetz nutzen, um den Odenwald zu erkunden.