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Glück auf, vermeint man noch heute durch die Gassen der Altstadt von Schneeberg rufen hören, deren Geschichte seit mehr als 500 Jahren untrennbar mit dem Bergbau verbunden war. Gegründet im Jahr 1471 erstreckt sich das Stadtgebiet heute über drei Berge, die im Wappen gezeigt werden. Wer nach Schneeberg reist, entdeckt schon bald die auf der Kuppe des Schneeberges gelegene spätgotische St. Wolfgangskirche, die zu den größten Hallenkirchen Sachsens zählt. Ein Besuch des Kircheninneren lohnt sich besonders für Kunstliebhaber, denn der Altar wurde im 16. Jahrhundert durch Lucas Cranach den Älteren gestaltet. Auch ein Aufstieg auf den Kirchturm macht sich bezahlt. Bei klarem Wetter haben Besucher von der Aussichtgalerei aus einen faszinierenden Blick auf die Stadt und die umliegenden Berge.
Schneeberg liegt nur rund 22 Kilometer von Zwickau und 40 Kilometer von Chemnitz entfernt in der Montanregion Erzgebirge. Die nächstgelegene Autobahn ist die A72, die man entweder an der Abfahrt Hartenstein oder Zwickau-Ost verlässt, um dann auf der Bundesstraße B93 beziehungsweise B169 weiterzufahren. Bahnreisende nehmen einen Zug bis zum sechs Kilometer entfernten Bahnhof Aue und nutzen ab dort den Regionalbus oder ein Taxi.
Jahrhunderte lang war das wirtschaftliche Leben Schneebergs vom Bergbau geprägt. Zunächst wurde Silber abgebaut und später Cobalt und Bismut. Heute spielt die Förderung von Bodenschätzen keine Rolle mehr und im neu erschlossenen Gewerbegebiet haben sich vor allem mittelständische Firmen aus den Bereichen Handwerk, Technik und Dienstleistungen angesiedelt. Das Unternehmen Stedler Sachsen-Pack GmbH & Co. KG beispielsweise eportiert Verpackungsmaschinen und Folienschweißgeräte in mehr als 20 Länder. In den letzten Jahrzehnten haben sich zudem viele Handwerksbetriebe auf die Produktion von erzgebirgischer Volkskunst spezialisiert.
Tradition wird in Schneeberg hoch gehalten. Bereits seit 1929 zeigt das Museum für bergmännische Volkskunst zahlreiche Exponate zur Stadtgeschichte, wertvolle Holzschnitzereien und Klöppelarbeiten sowie zahlreiche Werke bedeutender regionaler Künstler. Besonders beliebt bei den Besuchern sind jedoch die historischen, mechanisch betriebenen Heimat- und Weihnachtsberge, die Krippen- und Bergwerksmotive darstellen. Das Museum ist in einem der schönsten Gebäude Schneebergs untergebracht. Das Borthenreuther-Haus wurde im 18. Jahrhundert im Barockstil erbaut und erstaunt durch seine Größe und die prächtige Fassade.
Wenn auch die erzgebirgische Landschaft vor allem zum Wandern und zum Klettern einlädt, kommt doch auch der Badespaß in Schneeberg nicht zu kurz. Während im Sommer das Strandbad Filzteich an der ältesten Talsperre Sachsens mit einer Riesenrutsche, einem Sprungturm und Ruderbooten lockt, zieht es Badegäste im Winter oder an kalten Tagen in das Dr. Curt-Geitner-Bad, einem historischen Bad im Jugendstil. Sehenswerte Architektur geht hier eine Symbiose mit modernen Bade- und Saunaeinrichtungen ein.