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Barmstedt trägt den Beinamen „Schusterstadt“, doch worin ist diese Tradition begründet? Sie geht auf das Jahr 1736 zurück. Damals war die Stadt nur ein sehr kleiner Ort, doch wohnten dort schon vergleichsweise viele Schuhmacher. Bereits 1738 haben sich die Schuhmacher als Zukunft organisiert. Die Zahl der Schuhmacher-Meister stieg rasant an: 1738 waren es 12, im Jahr 1801 59. 1845 gab es in Barmstedt 88 Meister sowie zahlreiche Gesellen und Lehrlinge. Bekannt und regional berühmt geworden ist die Stadt im Norden Hamburgs durch die Fertigung von wasserdichten Stiefeln. Heute erinnert nur noch das Denkmal des Schusterjungens an die Zeit, denn mit Beginn des 20. Jahrhunderts und der damit einhergehenden Industrialisierung war auch der Untergang der Schuhmacher besiegelt. Heute hat sich die einstige Schusterstadt eine neue Identität gegeben: als Erholungsort.
Nur rund 30 Kilometer nördlich von Hamburg liegt Barmstedt. Die Stadt liegt verkehrstechnisch gut ist sowohl über die Autobahnen A7 und A23 als auch über die Bundesstraßen B4 zu erreichen. An die Elbe, die nach Hamburg führt, sind es gute 30 Minuten Fahrzeit. Durch die Stadt selbst fließt die Krückau, die in die Elbe mündet. Von der Krückau bekommt auch der Rantzauer See sein Wasser.
Die Schlossinsel am Rantzauer See ist nicht nur malerisch gelegen, sondern auch der kulturelle Anziehungspunkt der Stadt. In der dort zu besichtigenden Wassermühle gibt es bis heute zwei intakte Wasserräder. Zudem wird regelmäßig das Mühlenfest gefeiert. Ebenfalls einen Besuch wert ist das Museum der Grafschaft Rantzau, die einst ihre Zelte in Barmstedt aufschlug. Natürlich ist auch hier ein Ausflug in die Geschichte der Schuhmacher Thema im Heimatmuseum. Das einstige Schlossgefängnis bietet Platz für Ausstellungen. Auch hat sich ein Gastronomiebetrieb angesiedelt, der „Knastessen“ anbietet und heute als Erlebnisgastronomie fungiert. Das Schloss selbst ist heute ein Wohnhaus und geht in den Grundmauern auf das Jahr 1806 zurück. Auch das Kunstatelier (im ehemaligen Gerichtsschreiberhaus) und die Remise bieten Künstlern Raum um ihre Werke zu präsentieren.
Die andere Seite der kulturell geprägten Schlossinsel bietet zahlreiche Freizeitmöglichkeiten. Ein Naturfreibad, ein Hallenbad und ein Bootsverleih bieten die Möglichkeit, seine Freizeit in Wassernähe zu verbringen. Zudem eignet sich die Gegend hervorragend für Spaziergänge und Radtouren. Gefeiert wird ebenso reichlich im Norden Hamburgs. Neben Märkten wie dem Frühjahrsmarkt, dem Mittelaltermarkt und dem Kunsthandwerkermarkt, trägt zwar der Barmstedter Stoppelmarkt einen ähnlichen Namen, doch werden hier weniger handwerkliche Güter angeboten. Vielmehr verwandelt sich die Innenstadt Barmstedts dann in eine wahre Partymeile. Zwischen Karussells und Losbuden werden kulinarische Köstlichkeiten gereicht und auch ein Feuerwehr ist im Rahmen des Barmstedter Stoppelmarkts geplant.