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Die Ostfriesen lassen es sich schmecken. Sie gehören zu der Bevölkerungsgruppe mit dem höchsten Teekonsum weltweit. Ganz vorn dabei sind die Bewohner der Stadt Leer. Hier ist das Unternehmen Bünting ansässig. Es wurde im Jahr 1806 gegründet und ist das älteste noch existierende Teehandelshaus Ostfrieslands. So gemütlich die Stunden mit einer Tasse Tee auch sein können, in Leer herrscht ein ganz schöner Trubel. Die Stadt an der Leda ist ein Zentrum zum Einkaufen, Handeln und selbstverständlich für Kultur. Für eine erfrischende Spritztour liegt die Nordsee fast zum Greifen nahe vor der Haustür – und im Nu kann man der Niederlande einen Besuch abstatten.
Die Stadt Leer ist nach Emden und Aurich die drittgrößte Stadt Ostfrieslands. Sie befindet sich im Süden der Region und ist zudem ein wichtiger Ort für Handel und Kultur. Durch das Stadtgebiet schlängelt sich der Fluss Leda, der bald in die Ems mündet. Die Landschaft wird durch Moore und die für den Norden typischen Weiten geprägt. Leer liegt optimal im verkehrstechnischen Zentrum Ostfrieslands. Mit dem Auto hat man einen Anschluss über die A 28 sowie A 31. So sind Emden und Oldenburg in nur 30 Autominuten erreichbar. In Leer treffen sich auch drei Bahnstrecken, so dass man schnell in die nächstgrößeren Städte gelangt.
Leer hat eine jahrhundertealte Seehandelsgeschichte. Noch heute verfügt die Stadt über einen Seehafen – einige Industrieunternehmen und Seereedereien nutzen diesen, so dass die Stadt zu den größten deutschen Reederei-Standorten gehört. Über eine lange Geschichte verfügt auch die Seefahrtschule in Leer. Heute ist sie ein Teil der Hochschule Emden/Leer und beherbergt den Fachbereich Seefahrt. Für regionale Unternehmen und Vereine ist die Ostfrieslandschau wichtig. Die Verbraucherausstellung mit den Schwerpunkten Bauen und Wohnen findet alle zwei Jahre statt.
Man muss etwas Zeit mitbringen, möchte man alle sehenswerten Orte und Museen in der ostfriesischen Stadt besuchen. Einen Besuch wert ist das Heimatmuseum, welches über das alltägliche Leben der Leeraner in den vergangenen Jahrhunderten berichtet. Wer mehr über die Seefahrt erfahren will, sollte den Museumhafen besichtigen, der historische Schiffe ausstellt. Den ostfriesischen Geschmack lernt man im Teemuseum der Bünting-Gruppe kennen. Die kulturelle sowie geografische Nähe zum Nachbarland Niederlande kann man auch am Baustil wiedererkennen. In einer der am besten erhaltenden Altstädte Ostfrieslands befindet sich das örtliche Rathaus. Es wurde nach Plänen vom Aachener Baumeister Karl Henrici erbaut, der Stil orientiert sich dabei an der Niederländischen Renaissance. Nicht weit davon entfernt steht die im Stil des niederländischen Hochbarocks Anfang des 18. Jahrhunderts gebaute Historische Waage.
Wem der Spaziergang durch die Altstadt zu anstrengend ist, der kann Leer auch leichter begehen. Auf über 1.200 qm erstreckt sich die Modellbaulandschaft „Leeraner Miniaturland“, die Häuser und Bauwerke in einem Maßstab von 1:87 zeigt. Seit dem Mittelalter treffen sich Menschen auf dem Gallimarkt. Dabei handelt es sich um einen der größten Jahrmärkte in Nordwestdeutschland, wobei traditionell der dazugehörige Galliviehmarkt im Mittelpunkt stand. Ein sportliches Ereignis findet mit der Leeraner Ruderregatta im Herbst statt.