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Keine Sorge, der Ortsname ist in der oberbayerischen Gemeinde nicht Programm. Dieser kommt nämlich nicht vom zunächst „Zorn“ im Sinne der bekannten Gefühlsäußerung, sondern vom „Zorn“ in der Bedeutung zerren und roden. Erwähnt wurde der Ort, der damals noch als „Zornkeltinga“ bezeichnet wurde übrigens schon im Jahr 813. Traurige Berühmtheit erlangte er dann im Jahr 1361, als Ludwig V. im Ort bei der Jagd zu Tode kam. Der Herzog von Oberbayern war gleichsam Markgraf von Tirol und Brandenburg – und das sieht man bis heute im Gemeindewappen. Dies ziert nämlich der Brandenburger Adler. Im Übrigen liegt die Gemeinde nahe der historischen Post- und Salzstraße, die heute an der Münchener Straße und an der Wasserburger Landstraße zu verfolgen ist.
Nach nur einer halben Stunde Fahrzeit gelangt man mit dem Auto von Zorneding nach München. Über die B304, die seit 2007 nicht mehr durch den Ort, und der A99 ist die Gemeinde verkehrstechnisch gut angebunden. Sie verfügt sogar über einen eigenen S-Bahn-Anschluss. Der internationale Flughafen von München liegt rund 40 Kilometer entfernt. Naturräumlich betrachtet liegt der Ort im Alpenvorland und ist geprägt von der dortigen grünen Landschaft.
Die Kirchen und Kapellen im Ort sind Kulturdenkmäler und Zeitzeugen vergangener Tage gleichermaßen. Ein Blick in die Kirchengeschichte verrät: Bereits 935 gab es das erste Gotteshaus im Ort. Anfang des 14. Jahrhundert war die Gemeinde ein Pfarrmittelpunkt mit insgesamt sieben Filialkirchen. Am Platz der ersten Ortskirche steht heute die 1524 erbaute gotische Kirche St. Martin. Die erste Pfarrkirche entstand ab 1719. Eine andere bewegte Geschichte hat die Pöringer Kirche zu verzeichnen: Sie war einst Teil des alten Königshofes und im Jahr 1315 eine der Filialkirchen Zornedings. Der Neubau erfolgte 1696. Eingangs war von den Kapellen im Ort die Rede. Dazu zählt die Antoniuskapelle aus dem Jahr 1683, die Neuwirtskapelle, die 1887 erbaut wurde, die Marienkapelle, die auf das Jahr 1864/65 zurückgeht und die Kapelle „Zum gegeißelten Heiland in der Wies“, die wohl einst Teil eines Edelsitzes war, der 1658 abgebrannt ist.
Die Lage von Zorneding ist wahrlich einmalig, denn die Gemeinde liegt am größten deutschen Waldgebiet. Der Ebersberger Forst umfasst 90 Quadratkilometer und wird an keiner Stelle durch eine Siedlung unterbrochen. Zorneding liegt im Südwesten des Waldes, der in erster Linie als Lebensraum für Flora und Fauna dient. Für Besucher und Einwohner ist der Forst ein attraktives Naherholungsgebiet, das zur sportlichen Aktivität in freier Natur einlädt. Auf den Rad- und Wanderwegen durch den Forst bieten sich zahlreiche kleine Zwischenziele an. So ist beispielsweise der Ebersberger Aussichtsturm und die Ebersberger Weiherkette in jedem Fall einen Besuch wert. Neben dem Wald- und Umweltmuseum gibt es einen Natur-Erlebnispfad, der für kurzweilige Ausflüge ins Grüne sorgt. Übrigens verrät ein Blick in die Geschichte des Naturraumes, dass der Ebersberger Forst zu dem Forstgebiet gehört, zu dem auch der Hofoldinger und der Grünwalder Forst zählen.