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Die an der Atlantikküste gelegene, lebendige Stadt Accra wurde bereits im 15. Jahrhundert als Handelsposten gegründet und blickt auf eine lange Geschichte als Kolonialstadt zurück. Besonderen Einfluss auf das Stadtbild hatte die britische Herrschaft, denn unter dieser entstand ein Straßen- und Bebauungssystem nach europäischem Vorbild. Besonders das Viertel Victoriaborg ist noch heute von der britischen Architektur des 18. und 19. Jahrhunderts geprägt. Dennoch ist das Viertel nicht altbacken, denn es finden sich auch viele moderne Gebäude hier, wie zum Beispiel die Makola Shopping Mall. Wer lieber durch kleinere Geschäfte bummelt, sollte den Stadtteil Osu an der Küste besuchen, der auch für seine vielen Clubs und Restaurants bekannt ist.
Mit dem Kotoka International Airport etwas außerhalb der Stadt verfügt Accra über den größten Flughafen Ghanas, der durch verschiedene internationale Fluggesellschaften angeflogen wird. Aus dem deutschsprachigen Raum werden beispielsweise Flüge von Köln/Bonn, Frankfurt am Main, Düsseldorf und Zürich angeboten. Innerhalb Ghanas bewegt man sich in der Regel mit dem Mietwagen oder mit Kleinbussen, sogenannten Trotros, fort, da das Schienennetz derzeit nicht gut ausgebaut ist.
Zwar ist Ghana bisher vorwiegend ein Agrarland, jedoch steigt der Anteil der Industrie im Land jährlich. Im Gebiet um Accra befinden sich inzwischen auch zahlreiche Betriebe der Schwerindustrie, die unter anderem Zement, Stahl und Aluminium herstellen. Zudem werden zunehmend internationale Handelsbeziehungen gepflegt. Deutschland beispielsweise ist durch eine Außenhandelskammer in Accra vertreten.
Einen besonderen Platz in der ghanaischen Gesellschaft hat die traditionelle Musik, die in Accra in zahlreichen Clubs und zu traditionellen Festen erklingt und ihren Einfluss auch auf die moderne Musik ausübt. Es lohnt sich, nicht nur genau hinzuhören, sondern auch genau hinzusehen, denn die Musiker spielen oft auf exotischen Musikinstrumenten. Das historische Erbe Ghanas wird auch im Nationalmuseum im Stadtzentrum geehrt. In permanenten Ausstellungen werden hier archäologische Fundstücke sowie Exponate von der Ashanti- über die Kolonialzeit bis heute gezeigt. Dazu gibt es regelmäßig wechselnde Ausstellungen zu interessanten Themen. Abwechslungsreiche Veranstaltungen verschiedener Art finden sowohl im Nationaltheater als auch im Internationalen Konferenzzentrum statt.
Der Stadtstrand von Accra, der Labadi Beach, ist bei Einheimischen wie Besuchern gleichermaßen beliebt. Hier erholt man sich vom Trubel der Stadt und der Hitze des Tages. Oberhalb des Strandes laden zahlreiche Strandrestaurants zu Erfrischungen ein und mit etwas Glück erlebt man eine der Tanzpartys, die häufig am späten Nachmittag am Strand veranstaltet werden. Naturliebhaber sollten den botanischen Garten in Aburi besuchen, der ein buntes Kaleidoskop der in Ghana beheimateten Blumen und Pflanzen darstellt. Auch Spaziergänge durch den Zoo, der sich vor allem um den Schutz bedrohter Arten verdient macht, und Ausflüge in das Shai-Wildtierreservat in der Savanne sind sehr beliebt.