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Wer die Kultur- und Naturschätze in der Gemeinde Brietlingen entdecken will, der muss etwas suchen – und wird dann reicht belohnt. Zwischen alten Bauernhäusern findet man an der alten Dorfstraße die Reste des Burggrabens – die Burg soll früher das Zentrum der Siedlung gewesen sein. Der Name der Gemeinde lässt darauf schließen, dass Graf Bardo Brietlingen im 9. Jahrhundert gründete – nur wenige kleine Sehenswürdigkeiten sind aus dieser besonderen Zeit erhalten. Bei Wanderungen durch das Umland trifft man immer wieder auf das kleine Flüsschen Neetze, das sich durch die Landschaft schlängelt. Einer der beliebtesten Ausflugsziele ist der Reihersee, der aus der Neetze hervorgeht.
Brietlingen ist eine Gemeinde nahe des Naturparks Elbhöhen-Wendland. Das Umland wird vor allem durch die Elbhöhen, den Göhrde-Drawehn-Höhenzug und die Nemitzer Heide geprägt. Man erreicht sie mit der Bahn am besten über Lüneburg. Die Entfernung zwischen den Städten beträgt etwa zehn Kilometer. Mit dem Auto reist man über die A 39 an.
Bei einem Spaziergang durch die Gemeinde wird man den Brietlinger Kindergarten passieren, der eine Besonderheit aufweist: Er trägt einen Glockenturm. Bis 1850 gab es in dem Ort eine Kapelle. Diese war vor allem wichtig, wenn Verstorbene zum Friedhof in St. Dionys gebracht wurden, wobei sie die Gemeinde passieren mussten. Es galt nämlich das Läuterecht, demzufolge dann die Glocken geläutet werden mussten. Nach dem Abriss der Kapelle wurde ein Schulgebäude erbaut – praktisch gleich mit einem Glockenturm. Zur Gemeinde gehört der Ortsteil Moorburg, der durch das Bültenmoor bekannt ist. Dieses schützte die Anwohner im Mittelalter bei Angriffen und bildet so eine „natürliche Burg“, denn einen herrschaftlichen Sitz gab es hier nie.
Besucher schätzen die Landschaft des Naturparks Elbhöhen-Wendland. In den weitläufigen Kieferwäldern, zwischen Heiden und Weiden kann man eine wunderschöne Zeit verbringen. Dabei bilden naturlandschaftliche Kontraste einen besonderen Reiz. Diese Gegensätzlichkeiten bieten auch besonders vielen Pflanzen und Tieren eine Heimat, die man mit etwas Glück beobachten kann. Im Frühjahr entdeckt man in den trockenen Heiden eine unersättliche Blütenpracht und viele Schmetterlinge. Auch der Ameisenlöwe, Frösche, Kröten und Unken sind hier zu sehen und letztere vor allem zu hören. Besonders ist die Göhrde, ein großer Mischwald, der früher ein kaiserliches Jagdrevier war. Hier können Wanderer sich zwischen Waldkiefern, Rotbuchen, Fichten und Eichen wunderbar verlieren. Kulturfreunde werden sich an Orten wie Reddebeitz und Meuchefitz, Mammoißel und Tolstefanz erfreuen. Diese Rundlingsdörfer stammen aus der slawischen Siedlungszeit und zeichnen sich durch die runde Form aus. Traditionell gibt es nur einen Zugang zum Dorf, die Häuser reihen sich um das Zentrum.