Sechs Monate im Paradies

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Die Malediven…für viele Europäer das Paradies, für frisch verheiratete die perfekten Flitterwochen und für die Malediver, nunja, schlichtweg ihr wunderschönes Zuhause!

Ich hatte damals im Zuge meines Studiums das Glück, ein Praktikum auf den Malediven zu absolvieren. Im Hilton Iru Fushi war ich ein halbes Jahr im Business Development tätig und hatte dadurch perfekte Voraussetzungen, die Malediven zu erkunden.

Schwimmender Flughafen

Anfangs ein bisschen Geographieunterricht, falls ihr die Malediven nicht so gut kennt wie ich: Das Land besteht aus etwa 1.200 Inseln, die sich in sogenannten „Atollen“ sammeln. Das kann man sich in etwa wie unsere Bundesländer vorstellen, nur eben mit ganz viel Strand, Sonne und Meer 😉 Von diesen 1.200 Atollen sind etwa 3/4 von Einheimischen bewohnte Inseln, das andere viertel sind sogenannte Hotelinseln. Dazu kommen die Flughafen Insel „Hulhulmale“ und natürlich die Hauptstadt „Male“. Huch, ein schwimmender Flughafen? Die Hauptstadt ebenfalls eine Insel? – Ja! Das ist nämlich das besondere an den Malediven. Nicht nur die Hauptstadt ist eine eigene Insel (welche architektonisch ein Mix aus Venedig und islamischen Bauten ist), sondern auch der internationale Flughafen an dem jeder Tourist ankommt. Von diesem Flughafen legen auch alle Boote und Seeflugzeuge ab, aber dazu später mehr.

Jedes Hotel hat seine eigene Insel

Viel wichtiger ist noch die Besonderheit der Hotels. Diese sind nämlich wie schon angedeutet, ebenfalls in Inseln unterteilt. Konkret heißt das – jedes Hotel hat seine eigene Insel. Dort stehen die Gästevillen, ein Mitarbeiterdorf (meist Abseits von den Villen oder in Mitten der Insel) und alle wichtigen „Büroeinrichtungen“.

Ihr fragt euch jetzt sicherlich, wie kommen wir denn auf diese Inseln? Ganz einfach, natürlich im Boot oder Flieger! Die wenigen Hotels, die in unmittelbarer Nähe zu Male liegen, werden alle mit dem Schnellboot angefahren. Das hat zwar den Vorteil, dass die Kosten niedrig sind (die Anreise zu den Inseln zahlt meistens der Gast), allerdings ist die Aussicht auch meist betrübt. So schön die Malediven sind, die Hauptstadtküste hat ein kleines Müllproblem. Außerdem befinden sich aus logistischen Gründen die großen Fischereien und Fabriken alle in Male. Das sieht man leider auch aus 30 Minuten Bootsweg ferne, also wenn ihr Kosten sparen wollt und diese Hotels wählt, tut euch den Gefallen um ein Zimmer zu bitten, dessen Aussicht nicht zu Male zeigt.

Die meines Erachtens schöneren Hotels (und leider meist auch teureren Hotels) sind alle nur mit dem Wasserflugzeug zu erreichen. Hierfür gibt es auf den Malediven zwei Carrier, zum einen die Trans Maldivian Airways, kurz TMA und das Maldivian Air Taxi, die MAT. Diese sind beide kaum zu übersehen (TMA in quietschgelb und MAT in quietschrot), man sollte jedoch ein wenig achtsam sein, da beide Unternehmen verschiedene Inseln anfliegen. Da die Flüge aber erst am Vorabend gescheduled werden und explizit auf jeden Gast auf der Passagierliste warten, ist es eigentlich fast unmöglich den falschen Flug zu nehmen. Selbst bei Verspätung des internationalen Fliegers warten beide Unternehmen auf die Hotelgäste. Diese Flieger sind zwar sehr laut und teuer (an die 400 Dollar), der Flug aber ist sein Geld wert! Je nach Flugzeit,  die von 20 bis 90 Minuten variiert, kann man aus dem Fenster die verschiedenen Atolle und ihre Riffe sehen – ein einzigartiger Ausblick!


Apropos Tauchen….das sollte man auf keinen Fall auslassen, wenn man sich auf die Malediven begibt!!! Wunderschöne Riffe und eine unvergleichliche Artenvielfalt. Ich selbst habe mich sofort in diesen Sport verliebt und konnte in den sechs Monaten von Delphinen über Haie und Mantas wirklich alles gesehen (nur der Walhai ist mir entwischt). Aber auch für die zarten Gemüter ist Unterwasser was dabei – von Schildkröten zu kleinen Clownfischen (Neeeemooo).

Die Hauptstadt der Malediven

Die Hauptstadt der Malediven, Male, besteht aus eher kleineren Gassen und vielen, vielen kleinen Rollern und Vespas. Autos findet man eher selten, was zum einem daran liegt, dass seit einiger Zeit eine 100% Luxusgütersteuer in den Malediven herrscht (somit wäre ein Auto also gleich doppelt so teuer) und zum anderen daran, dass viele der Straßen schlichtweg zu eng sind für die Autos.

Zahlreiche Tauchshops

Doch das ist nicht alles, was Male zu bieten hat. Insbesonders im südlichen Teil der Stadt (der Touristenteil) ist übersät mit Tauchshops, bei denen man jegliches Tauchequipment kaufen kann. Kulinarisch bietet die Stadt auch die typische Touristenküche, wobei man dort immer im Hinterkopf behalten sollte, dass die Waren alle angeliefert werden müssen und die Vorstellungen bestimmter Gerichte stark variiert.

Zu guter letzt noch ein kleiner Tipp von mir: von Juni bis Ende August ist in diesen Klimaten Regenzeit. Dort ist es immer noch warm aber nun eben regnerisch. Für mich wäre es Aufgrund der hohen Flugpreise und generellen Transportkosten keine Option, aber wer möchte kann auch in diesem Zeitraum auf die Malediven. Der große Vorteil – die Hotels kosten nicht einmal die Hälfte während der Regenzeit!

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2 Kommentare

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich möchte für 3,5 Monate dem grauen Deutschen Winter entfliehen. und hätte gerne ein u.v.b. Angebote für eine soll langen Zeitraum auf den Malediven in eine 5Sterne plus Meer Wasser Haus.

    • Hallo Ruge,
      schön, dass dich unser Blog-Aritkel inspiriert hat – bei dem Vorhaben wird man ja glatt ein bisschen neidisch 🙂
      Leider erstellen wir keine individuellen Angebote, aber schau doch mal, ob hier ein Hotel für dich dabei ist: /hotel/asien/malediven/.
      Viele Grüße und eine schöne Reise,
      Jana

Christina
Christina ist die HRS Expertin für berufliches Reisen. Sie kennt stets die neusten Businesshotels und Restaurants, hat immer die besten Travel Hacks parat und weiß, wie man auf dem Businesstrip am effektivsten seine knappe Freizeit nutzt. Christinas Lieblingshotels sind das Hotel Zoo Berlin, das QVEST in Köln, das Boutique-Hotel Constanza in Barcelona und das Design-Hotel Ekies all senses in der griechischen Region Chalkidiki. Was ihrer Meinung nach bei keiner Reise fehlen darf? Am Abend ein schönes Steak im Hotelrestaurant und ein Moscow Mule an der Hotelbar.