Beziehung vs. Beruf: So halten Sie die Work-Love-Balance

2145
Beruf vs. Beziehung
Work-Love-Balance: Beruf vs. Beziehung

Unsere Arbeit nimmt heutzutage mehr Raum ein als jemals zuvor. Digitale Kommunikationsmittel begleiten uns 24 Stunden am Tag. Das ist praktisch, kann aber andere Lebensbereiche einengen. Denn durch die neuen Medien sind unsere Jobs dynamischer und fordernder denn je geworden. Das stellt uns und auch unser Beziehungsleben oft auf harte Proben. Wir haben mit dem Psychotherapeuten Jan Göritz darüber gesprochen, wie Sie trotz einer Arbeitswelt im Wandel zu einer ausgewogenen Work-Love-Balance finden. Göritz arbeitet als Berater und Psychotherapeut mit dem Schwerpunkt Beziehung und Familie in Hamburg. In seinem Blog finden schreibt er über Liebe, Selbstverantwortung und Glück.

Psychotherapeut Jan Göritz
Psychotherapeut Jan Göritz Credit: Julia Emma Schröder

Wer kennt das nicht – das gemeinsame Abendessen wird wegen eines spontanen Kundenfeedbacks nach hinten verschoben oder gar gecancelt und sogar im Bett werden aller Romantik zum Trotz „noch kurz die Mails gecheckt“. Momente wie diese sind für jede Paarbeziehung eine Herausforderung. Die Etablierung digitaler Kommunikation hat in den letzten zwei Jahrzehnten eine grundlegende Veränderung der Arbeitswelt mit sich gebracht. Diese lässt auch unser Beziehungsleben nicht unberührt.

Grenzen Sie sich aktiv ab!

Durch seine Arbeit als Therapeut hat Jan Göritz folgende Beobachtung gemacht: Arbeitsabläufe sind schneller geworden. Entsprechend schnelle Reaktionen werden in den meisten Berufen erwartet. Um die persönlichen Bedürfnisse dabei nicht aus den Augen zu verlieren, wird es immer wichtiger, diesen neuen Informationsfluss kontrollieren zu lernen. Manchmal ist es sogar notwendig, ihn aus bestimmten Lebensbereichen schlichtweg auszuschließen. Denn bei allem produktiven Nutzen macht die Beschleunigung der Kommunikation es uns schwerer denn je, das Privatleben von der Arbeit abzugrenzen. Man verlässt die Arbeit nicht mehr durch die Bürotür, sondern nimmt sie in der Hosentasche mit nach Hause. Für ein selbstbestimmtes Leben ist es notwendig, dort Grenzen zu ziehen, wo man sie persönlich benötigt. Und das auch, wenn sich diese nicht mit den Erwartungen des Arbeitgebers decken. Geben Sie nicht allen Forderungen nach, ohne sich zu Ihren eigenen Bedürfnissen zu befragen.

Schützen Sie private Ressourcen und damit Ihre Work-Love-Balance!

Beziehung und Beruf verbinden

Gemäß Göritz‘ Erfahrung führt eine permanente Einsatzbereitschaft nicht nur zu Getriebenheit, sondern kann auch Überlastungserscheinungen wie etwa ein Burnout-Syndrom nach sich ziehen. Durch ständige Aufnahmebereitschaft werden Ressourcen aufgebraucht, die wir für emotionale Partnerschaften benötigen: Zeit, Aufmerksamkeit und Empathie sind wichtige Grundsubstanzen jeder Beziehung. Wenn sie dem Partner nicht mehr ausreichend angeboten werden können, wird es problematisch. Schleift sich ein solcher Zustand ein, leidet nicht nur das Sexualleben. Durch mangelnde Anteilnahme an Bedürfnissen des Gegenübers verliert eine Partnerschaft ihre Lebendigkeit. Oft genug bemerken Arbeitnehmer kaum, wie sehr sie sich vereinnahmen lassen.

Sie dürfen entscheiden – jederzeit!

Zeit für sein Privatleben muss und darf man sich aktiv nehmen. Letztendlich entscheidet nicht der Chef oder Ihr aktuelles Projekt über Ihre Bedürfnisse, sondern Sie selbst. Und diese sind die Basis jeder Partnerschaft. Für eine gesunde Work-Love-Balance ist dieser Gedanke heutzutage unersetzlich. Jan Göritz empfiehlt: „Besonders wenn es kriselt, ist es notwendig, dem Partner deutlich zu vermitteln ‚Du bist wichtig'“. Und nichts vermittelt diese Botschaft klarer, als dass man Zeit und Aufmerksamkeit für sein Gegenüber reserviert und sich zu Wünschen und Bedürfnissen austauscht – das klappt natürlich am besten, wenn nicht parallel der Facebook-Account gecheckt wird. Wenn Sie entschieden haben, sich aktiv Zeit zum Zuhören zu nehmen, können Sie mit Ihrem Partner gemeinsam Ihre persönliche Work-Love-Balance schaffen.

Wie gestalten Sie Ihre Work-Love-Balance? Wir freuen uns auf Ihre Antworten!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

3 Kommentare