Beruf und Familie: Wie man als Vater Karriere macht

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Unsere Arbeitskultur beansprucht eine Menge Raum und noch mehr Zeit. Häufig leiden Partnerschaft und Familienleben unter einem ambitionierten Arbeitsalltag. Laut einer Studie des IfD Allenbach sind immer noch vor allem Männer auch als Väter Vollzeit im Beruf beschäftigt. Wie schafft man den Spagat zwischen erfolgreichem Arbeitsalltag und einem friedvollen und innigen Familienleben? Wir haben uns mit Andreas Lorenz darüber unterhalten. Er bietet seit 2008 mit seinem Portal Papa-Online im Netz Impulse und Hilfestellungen für Väter an. Uns hat er erklärt, wie er als Vater Beruf und Familie in Einklang hält.

Andreas Lorenz
Andreas Lorenz

Andreas Lorenz‘ Webportal Papa-Online verfolgt eine Mission: Er will anderen Vätern dabei helfen, „einfach ein guter Vater zu sein„. Die Idee für die Webseite kam ihm, als seine Frau schwanger wurde und er sich kopfüber ins Vaterwerden stürzen wollte. Im Netz fand er aber nur Inhalte für die werdende Mutter vor. So machte er sich daran, das Werden und Wachsen der eigenen Familie aus dem männlichen Blickwinkel zu erzählen und zu erklären. Bis heute hält er seine persönlichen Erfahrungen in Artikeln fest, damit andere Väter aus ihnen lernen können. Lorenz kennt die Stromschnellen des modernen Familienlebens. Dazu gehört die Vermittlung zwischen Arbeits- und Beziehungsleben. Seit fast 18 Jahren arbeitet er in der Technologiebranche. Seinen Job hatte er schon, als er die Frau kennen lernte, mit der er nun eine Familie hat.

Was genau ändert sich als Vater?

Die Arbeit war bereits fester Bestandteil seines Lebens, als die Familienplanung der beiden begann. „Das Vatersein hat aus mir einen komplett anderen Menschen gemacht. Meine Prioritäten haben sich drastisch verschoben. Früher war es mir am wichtigsten, möglichst schnell die Karriereleiter nach oben zu kommen und meinen Verdienst stetig zu verbessern“, sagt Lorenz. Inzwischen sind gewisse andere Dinge von einer mindestens ebenso großen Bedeutung. „Mir ist es immer noch wichtig, einen Beruf zu haben, der mich ausfüllt und mich fordert. Es ist mir aber noch wichtiger, Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Für ein glückliches Leben brauche ich beides.“ Kompromissbereitschaft ist also absolute Voraussetzung.

Beruf und Familie

Beruf und Familie: Die Schwierigkeiten

Was ist für Andreas Lorenz die größte Herausforderung als arbeitender Vater? „Längere Geschäftsreisen, die mich von meiner Familie trennen, gehören in meinem Beruf dazu. Das ist nie schön. Besonders dann nicht, wenn ich abends vorher mit großen, traurigen Augen angeschaut werde.“ Auch die Partnerschaft leidet immer wieder unter seinem Job. „Meine Frau hat Verständnis, wenn es auch mal etwas weniger Zeit für sie gibt,“ so Lorenz. „Sie hält mich aber immer auf dem Boden und gibt mir Feedback, wenn es mal zu viel wird.“ Eine gesunde Kommunikation kann also helfen.

Was tun, wenn es eng wird?

Doch genügt es, miteinander zu reden, wenn es brenzlig wird? Nicht unbedingt. Andreas Lorenz empfiehlt aus eigener Erfahrung, arbeitsintensive Phasen bewusst mit weniger intensiven auszubalancieren. Ihm und seiner Frau hilft es außerdem, zusammen auf langfristige Ziele zu hinzuarbeiten. Projekte vom Hausbau bis zu Visionen vom gemeinsamen Altwerden stärken die Beziehung. Kurzfristige Pläne, wie beispielsweise Familienurlaube, sind ebenso wichtig. Er warnt bei der Suche nach einer guten Work-Life-Balance vor Perfektionismus. Aber mal angenommen, er müsste sich für eine der beiden Welten entscheiden. Was würde er tun? „Wenn ich feststellen würde, dass mein Job und meine Vorstellung von Familienleben sich auf Dauer nicht vereinbaren lassen, dann wäre das definitiv ein Grund, sich beruflich anders zu orientieren.“

Wie schaffen Sie den Spagat zwischen Beruf und Familie?

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